Station 2: Chiang Mai (der grüne Norden Thailands)

Der nächtliche Ausblick aufs Wasser von dem Terassengarten unseres Hotels aus

Der nächtliche Ausblick aufs Wasser von dem Terassengarten unseres Hotels aus

Die zweite Station unserer Thailandreise führte uns von Bangkok mit dem Nachtbus nordwärts. Die Fahrt ist günstig – aber man schon irgendwie froh, wenn es vorbei ist. Mitten in der Nacht wird auch an einem Restaurant / Supermarkt gehalten, was die stundenlange Tour noch etwas in die Länge zieht.

Aber Chiang Mai lohnt sich. Ich muss sagen, die zweite Station unserer Reise gefiel mir tatsächlich von allen am besten. Unser Hotel in Chiang Mai war wunderschön und urig, direkt am Wasser gelegen.

Terrasse unseres kleinen Hotels

Terrasse unseres kleinen Hotels

Leider hat man da nicht so wirklich einen Blick für, wenn man morgens um fünf Uhr in der Früh anreist und ziemlich planlos mit seinem Koffer aus dem Bus aussteigt. Die müden und desorientierten Fahrgäste machen sich dann dieTukTuk Fahrer zu Nutze und hauen einen kräftig übers Ohr, wenn man nicht aufpasst. Am besten versucht man generell so wenig wie möglich verloren in der Gegend herumzustehen – damit zeichnet man sich als Tourie aus und wird gerne abgezockt.

Unsere Zimmer konnten wir noch nicht direkt beziehen, da es noch zu früh am Morgen war, also saßen wir auf der Terrasse und haben der Sonne beim Aufgehen zugesehen und erst mal einen Kaffee getrunken. Wunderschön mit Holzbänken und Sesseln direkt am Fluss kann man dann hier auch sein Frühstück einnehmen. Rauchspiralen gegen Insekten bekommt man hier direkt wortlos hingestellt. Viel hat es leider auch nicht gebracht, die Biester lieben mein Blut – und haben mich scheinbar aus dem Bus verfolgt!

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„Bananentankstelle“ im Hotel

Aber ansonsten mochte ich unser Zimmer im ersten Stock sofort und auch die kleine Bananentankstelle im Gang, bei der man sich als Gast einfach bedienen konnte.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten war die Frage nun: wie rumkommen? Taxen sind hier verhältnismäßig teuer und mit jedem TukTuk Fahrer muss man erst mal feilschen – von den mangelnden Englischkenntnissen ganz zu schweigen. Bloß nicht einfach reinsetzten! Der Typ fährt einfach los und selbst wenn man dann wild mit der Karte vor ihm herumfuchtelt, hat er noch nicht verstanden, wohin man eigentlich möchte.  Hauptsache Kilometer fahren. Unterhaltsam, wenn man kein genaues Ziel hat. Ansonsten ist es eine 50:50 Chance am Zielort herauszukommen.

Gegen Ende unseres Aufenthalts hatten wir dann jeder einen Motorroller geliehen und waren damit unabhängig. Damit nachts mitten durch die Stadt zu fahren und über den Einheimischen-Markt zu schlendern – Ich glaube mehr in den kulturellen Kern integrieren kann man in einer Woche nicht. Außer uns war kaum ein Tourist auf dem Motorrad unterwegs. Und was am Anfang noch undenkbar schien: auf der dreispurigen Hauptstraße, eine Art Highway, einfach mitten im Gewühle mitgefahren…

Mit den Rädern sind wir dann zu den San Kamphaeng Hot Springs gefahren und haben dort ein Bad im Pool genommen. Dem Wasser hier wird eine heilende Wirkung zugesprochen, auch wenn es ein wenig muffig riecht. An anderer Stelle konnte man kleine Beutel mit Wachteleiern in das Wasser hinein hängen und sie so kochen. Ansonsten ist der Ort ein beliebtes Ziel für Picknicks und Familienausflüge. Und sogar eine Gruppe Pfadfinder haben wir bei ihren Übungen beobachtet. San Kamphaen lohnt auf jeden Fall den Besuch!

Kleines Mädchen in traditioneller Tracht vor dem Tempel

Kleines Mädchen in traditioneller Tracht vor dem Tempel

Auf der Rückfahrt hatten wir dann leider einen ziemlich unglücklichen Zwischenfall: Die Leihmaschine meiner Mutter war ein ziemlich klobiges Ding und schwer zu halten.. und dann hat sie das Gefährt in der Dämmerung kurzerhand in den Straßengraben gesetzt. Motorschaden. Nichts ging mehr damit. Aber auch hier, vernab von jedem Ort reihten sich sofort, wie aus dem Nichts, fünf Leute um uns und wollten helfen. Wir hatten das Glück, dass eine Frau ihr Handy dabei hatte und wir so die Agenur anrufen konnten, bei der die Roller geliehen waren. Eine Stunde Wartezeit wurde uns genannt. So saßen wir dann am Straßenrand, mitten in der Pampa, in der Nähe einer kleinen ‚Farm‘ mit kläffendem Hund und Hühnern, von der uns die Besitzerin sogar zu sich in das Haus eingeladen hat.

Wir hofften nur, man würde uns vor Einbruch der Nacht finden. Straßenbeleuchtung gibt es hier außerhalb von Städten nicht. Schließlich kamen dann zwei Kerle auf Motorrädern und haben sich unser Problemkind angesehen. Und trotz der Beteuerung, das mit (im Grunde) alles in Ordnung ist, haben sie uns damit nicht weiterfahren lassen. Ookey. Also hockten wir dann zu zweit – ich hinten drauf – auf einem neuen Roller und fuhren den ganzen Weg hinter den beiden Männern in die Stadt zurück. Mit gedrückter Stimmung, weil die beiden doch sehr unfreundlich waren und uns zur Eile angetrieben haben.

Zur Entschädigung gabs dann wenigsten eine Cola aus dem Supermarkt.

Das Gute an Chiang Mai: Auch wenn man spät abends erschöpft zurückkommt, kann man noch auf den Nachtmarkt gehen, der dort jeden Tag stattfindet.

 

Einheimische beim Gebet an einem der zahlreichen Tempelanlagen der Stadt

Einheimische beim Gebet an einem der zahlreichen Tempelanlagen der Stadt

Ein Ausflug, der mir auch noch in guter Erinnerung geblieben ist, war der zu den großen Wasserfällen Mae Sa. Da wir zu dem Zeitpunkt noch keine Motorroller hatten, haben wir ein TukTuk genommen. In der Theorie super – in der Umsetzung leider weniger. Die Wasserfälle liegen auf dem höchsten Berg in der Umgebung des Landes. Und während die Autos an uns vorbeizogen, schleppte sich unser TukTuk gemächlich den Berg hoch… Unser Fahrer war ein junger, etwas naiver Kerl.. und im Nachhinein war uns dann auch klar, warum alle anderen Fahrer lachend abgelehnt hatten, uns die Strecke zu fahren. Kurz vor dem Ziel ist dem armen Kerl auch noch der Auspuff vom Gefährt abgefallen und er musste seinen Vater anrufen, um sein Gefähr zu remontieren.. Schließlich hat er dann auch noch die ganze Zeit auf dem Parkplatz der Wasserfälle auf uns gewartet.

Mae Sa ist ein wunderbarer Ort. Viele Familien kommen zum Schwimmen her und zum Picknicken und die Natur hier hat etwas magisches. Es sind insgesamt zwölf Wasserfälle, die sich hintereinander den Berg hochschlängeln. Man findet also immer einen ruhigen Fleck für sich. Leider hatten wir keine Badekleidung eingepackt. L

Mönche im Supermarkt

Mönche im Supermarkt

Wenn man den Berg nach den Wasserfällen noch weiter hoch fährt, erreicht man den berühmtesten Tempel im Norden Thailands. Sammeltaxen fahren regelmäßig her und um den Tempel zu erreichen, muss man eine ellenlange steile Treppe hinaufsteigen. Danach kann man wahrlich stolz auf sich sein – und zieht vor dem Eintritt in die eigentlichen Hallen erstmal die Schuhe aus (und zieht sich ein Tuch über, wenn man Schultern oder Beine frei hat), aber das waren wir ja mittlerweile gewohnt. 😉

Chiang Mai war auf jeden Fall mein liebster Fleck. Jedem der nach Thailand möchte, würde ich auf jeden Fall den Norden empfehlen. Es gibt hier zwar keine Strände und das Goldene Dreieck im Norden ist Malaria-Gebiet, aber die Vegetation ist einfach unglaublich. Außerdem ist es nicht ganz so schwül und stickig wie vergleichsweise in Bangkok. Es gibt hier viele kleine Dörfer mitten in den Bergen, wo man noch nicht einmal Elektrizität findet. Mönche laufen überall in der Stadt und bei den Tempelanlagen herum und unterhalten sich gerne mit einem über Buddah und die Welt. Chiang Mai hat eine sehr schöne Altstadt mit einem großen Palast, der Nachts herrlich angestrahlt wird. Und überall kann man sich, für umgerechnet 2,50 Euro, massieren lassen. Hmm, da könnte ich mich so dran gewöhnen <3

Von Chiang Mai aus ging es dann anschleißend zu unserer dritten und finalen Station in den Süden: Mit dem Flieger nach Koh Samui, eine der beliebtesten Inseln Thailands

 

Die Wasserfälle Mae Sa

Die Wasserfälle Mae Sa

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