Thailand Part 1: Bangkok (Smog, Lärm, Chaos, Blechhütten & Hochhäuser)

Thailand 2013 – Ein Rückblick

An Board der Etihad Airways

An Board der Etihad Airways

Ende Februar waren wir (Muttern und ich) nach gerade mal einem Monat intensivster, chaotischer³ Planung, inklusive Malaria-Mücken-Panik, für drei Wochen in Thailand. Das war schon immer so ein Wunschziel von mir und dann haben wir es schließlich gemacht. Im Frühling ist dort zum Glück Trockenzeit und mit dem Wetter hatten wir (fast) auch ziemliches Glück. Wir wollten gerade bei Thailand keinen Pauschalurlaub buchen, sondern ganz Adventurer-Style auf eigene Faust losziehen und nur die Hotels und eventuell Transportwege vorbuchen. So richtig Kultururlaub mitten im einheimischen Getümmel also – und dann hatten wir die Einheimischen, Moskitos und Sonne bei 35+ Grad direkt im Gesicht (wie man im Ruhrpott so sagt).

Thailand auf eigene Faust kann ich empfehlen. Es ist auf jeden Fall kein Land, in dem man Stunden im Reisebus auf Touren verbringen möchte. Auch gibt es hier eine wahnsinnig hohe Quote an Rucksacktouristen die einfach in dem Moment leben.

Mit zwei großen Koffern und gefühlten 248574 Insektensprays, Cremes und einem großen Moskitonetz sind wir von Düsseldorf Flughafen – mit Zwischenstop in Abu Dhabi – nach ungefähl 11 Stunden Flugzeit in Bangkok angekommen. Flug mit Etihad Airways. Bequem wars nicht – trotz Nachtflug. Ich war noch nie in einer so riesigen Maschine unterwegs, unterteilt in drei Bereiche + First Class. So saß man dann dicht an dicht, hat wenigsten eine hummelgemusterte Decke zum schlafen bekommen und konnte sich auf dem Hinterkopf des Vordermannes Filme ansehen.

Dann endlich: BANGKOK!

bangkokWenn man in Thailands Hauptstadt aus dem Flughafen heraustritt, trifft einen erstmal ein klimatischer Schock. Ihr wisst ja wie in Deutschland das Wetter allgemein im Februar ist… Thailand dagegen ist nicht nur heiß, es kommt einer Dampfsauna gleich. Zack, waren die Klamotten durch und wir froh, das uns ein Typchen vom Hotel mit dem Auto abgeholt hat.  Dazu muss man sagen, wenn man in Bangkok mit dem Auto fährt, steht man eigentlich immer im Stau. Nix mit Rushhour, more like Rushday.

In unserem Hotelzimmer wurden dann erstmal die Fenster und Wände akribisch auf Mücken und andere Krabbeltiere untersucht. Ein 3-Sterne Hotel ist zwar sauber, aber größeren Luxus braucht man nicht zu erwarten. Vor allem was das WLAN angeht, wird es schwierig… Das Fenster in unserem Zimmer konnte man aber eh nicht offen lassen, denn die Klimaanlage hing direkt davor und buchsierte die ganze heiße Abluft in den Raum.Unser Zimmer hatte übrigens klassischen Wandblick, mit gefühlen drei Metern Abstand 😉

Nach einem deutlichen Jetlag und sehr müde haben wir am nächsten Morgen das Frühstück probiert – Toast mit Ei für die nächsten drei Wochen. Denn anders als Deutschland ist Thailand keine Frühstücksnation. Ich hab mich natürlich sofort auf die Früchte gestürzt. Miniananas, Drachenfrucht, Orangen… hätte gut und gerne eine Obstdiät den ganzen Urlaub durchziehen können.

Die Nacht war nicht so toll, merkwürdig, fremd, unruhig und die Klimaanlage sehr laut. Am Morgen waren wir dann ziemlich gerädert und haben uns mit dem ersten Aspirin auf die Suche nach einem Reisebüro gemacht. Plan für diesen Tag: Ticket nach Chiang Mai besorgen. Draußen vor der Tür erwartete uns ersteinmal Chaos: Was so vorher in der Nacht gar zu sehen war: unser Hotel lag bezaubernd mitten in einem Slumgebiet. Wir haben ein Taxi zum Bahnhof genommen, um dort ein Ticket zu für die Fahrt nach Chiang Mai zu erwerben und haben für das Taxi gerade mal 55 Baht (umgerechnet ca. 1,28 Euro) bezahlt.

Der Bahnhof war ein Erlebnis: laut, chaotisch, viele Menschen in einer großen Halle mit Frisör, Massagestudio, wenn man auf seinen Zug warten muss. Und irgendwie schmeißen alle Reisenden ihre Koffern und Taschen hier einfach auf einen Stapel am Boden.

Etwas verwirrt stehen wir an den Schaltern, werden aber sofort von einem netten Helfer angesprochen und vermittelt. Anders als bei uns bleibt man hier keine zwei Minuten planlos stehe, eher sich jemand einem annimmt. Nicht selten ist man dann in kürzester Zeit von bis zu sechs-sieben Einheimischen umringt, die helfen wollen. *g*

Bahnhof Bangkok

Bahnhof Bangkok

Doch dann die böse Überraschung: 1 UND 2 Klasse für die Fahrt nach Chiang Mai voll! 3 klasse nein danke.. da man dort ca. 17 Stunden auf einer Holzbank sitzend verbringt. Sowas ist natürlich Pech wenn man erst vor Ort buchen will. Wir also wieder mit dem Vermittlerkerl geredet, der uns schließlich in ein Büro gelotst hat, wo uns eine etwas merkwürdige, aber sehr verständige Frau einen VIP Bus reserviert hat. Yay, gerettet!

Beim Verlassen des Bahnhofs wird man praktsich zur Beute der Tuk Tuk Fahrer. Einer sprach uns an und wollte uns für nur rund 20 Baht eine Rundfahrt mit anschließendem Halt am Königspalast anbieten. Und so stiegen wir ein.

tuktuk

Ein Tuk Tuk ist ein uriges Gefährt. Positiv ist, dass man sich damit praktisch durch jeden Stau durchschlängeln kann (dabei wars nicht selten verdammt knapp an einem Blechschaden vorbei).  Für längere Strecken ist son Teil jedoch nicht zu empfehlen: es zieht, ist ziemlich laut und man bekommt 100% Smog ab, weil die Teile offen sind. Und kein günstiges

Es stellte sich raus, unser Fahrer hat einen Sponsor und mit diesem einen Deal, Touris an einer Fabrik für Schmuck herauszulassen, wo diese möglichst ihr Geld lassen sollen. Für jeden Kunden bekommt der Tuk Tuk-Fahrer eine Provison. Also haben wir mit ihm ebenfalls einen Deal gemacht: wir laufen einmal durch, dafür bringt er anschließend günstig zum Palast

So laufen wir nach einer lustigen und chaotischen Fahrt durch das große Warengebäude mit (fake) Klunkern, während uns eine Frau mit nöliger, nervender Stimme Preise ins Ohr kräht. Eine 1,90 Meter Dragqueen öffnet uns die Türe auf dem Weg nach draußen und schon sitzen wir wieder im Tuk Tuk.

Mönchszug durch den Garten des Königspalastes

Mönchszug durch den Garten des Königspalastes

Der Palast vom regierenden Herscher von Thailand ist ein riesiger Gebäudekomplex der Massen von Touristen anzieht. Vor den Toren und auf den Straßen wimmeln Händler, die Schilder hochhalten und Hosen oder Wickeltücher verkaufen wollen… später wissen wir warum: ich darf die Anlage nicht mit kurzen Hosen betreten. Das passt seiner Majestät anscheinend nicht. Nach einigem Hin und Her stellen wir uns beim Büro an, um einen Sari zu leihen (großes Wickeltuch gegen 200 Baht Pfand) , womit mir zwar tierisch warm war – aber ich durfte eintreten! Drinnen dann etwas rumgeschlendert, aber schließlich doch nicht in den Palast gegangen, weil das nochmal 500 Baht gekostet hätte. Die Thais unterscheiden sich da nicht wirklich von jedem anderen Urlaubsland: Touristen haben es ja, also zahlt man gerne mal das vierfache von der Einheimischengebühr.

Statt uns den Palast von innen anzugucken, sind wir also wieder raus und die Hauptstraße hoch – und mitten in einen Markt in der Nähe des Fährhafens. Eine Garküche an der nächsten, Fressstände mit Früchten und undefinierbare Fleischspieße. Ich habe hier sehr mit dem Obst geliebäugelt und schießlich bei geschnittenen Mangos zugelangt.

Danach ging es wieder zurück und auf einen Marsch Mitten durch die Slums unserer Hotelumgebung. Es ist hier unglaublich – dreckig aber auch interessant. Die Menschen, die zahlreichen Garküchen… Das Leben pulsiert hier auf engstem Raum.
Da Muttern nicht sonderlich angetan von den Garküchen und dem Haufen von Grünzeug war, das sich in der Nähe vom Abfall getürmt hat, sind wir später noch einmal los um ein „ordentliches“ Restaurant zu suchen – was in unserem Teil von Thailand scheinbar gar nicht so einfach ist. Schließlich sind wir bei MC DONALDS gelandet. Wo wir dann auch die ersten Moskitos gesehen haben und ich in Panik meinen Appetit verloren habe. (Eine davon mit dem Latschen an der Wand zerklatscht.)

Auf dem Rückweg gehen wir durchs dunkle Bangkok – man geht hier einfach über die vielbefahrene Haupstraße, auch bei Rot, die werden schon halten. Plötzlich sehe ich ein kleines Kind auf der Straße herumlaufen. Vielleicht 5-6 Jahre alt. Es versucht, Kränze mit Gebetsblumen an Autofahrer zu verkaufen und riskiert dabei glatt, unter die Räder zu kommen… Als ich mich nach dem Kind umdrehe, dreht sich zeitgleich in dem Moment eine große, aufgehübschte Frau ebenfalls zu uns um – und ruft etwas. Etwas lasziv streicht sie sich über das lange Haar – und entuppt sich bei näherem Hinsehen als Transe. Eine sehr einprägsame Erfahrung.  Hat mich auf die Idee gebracht, später kurz vor Abreise noch die Travestishow in Bangkok zu besuchen…. Leider ist Bangkok viel zu „üppig“ um in ein paar Tagen auch nur annähernd alles zu entdecken.

Thai Transe

 

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