Oh Malta, du bist so häßlich…

Enge Straße in Valetta

Enge Straße in Valetta

Nun habe ich ja schon einige Länder bereist und einiges an Architektur und Landschaft gesehen… aber Malta, das Urlaubsparadies für britische Rentner mit seinen scheißengen Straßen und zugebauten Städten hätte ich echt nicht haben müssen.

Ich war im Februar zwei Wochen dort und das ist bei so einer kleinen Insel schon grenzwertig – es gibt, um diese Jahreszeit einfach nicht genug zu sehen und an jedem zweiten Tag hatten wir sintflutartigen Regen.

Gründe für Malta gab es zwei: Einmal war ich wirklich auf die Insel gespannt. Liegt sie doch auf dem selben Breitengrad wie Tunesien und Spanien, aber die Leute sprechen dort Englisch wegen dem hohen Anteil an Briten 🙂

Ein Arbeitsangebot der Firma Besedo war der zweite Grund, der mich nach Malta gelockt hatte, mit der Aussicht auf eine Position als „german speaking Content Manager“ für eBay Kleinanzeigen. Heißt Angebote, die die Leute einstellen, checken: Waffen, Babys, Tiere und Prostitution anzeigen und verbieten und sonstige dubiose Offerten löschen – und nebenher noch Kundensupport spielen bei Anfragen wie: „Warum darf ich meine AK47 nicht auf eBay Kleinanzeigen einstellen?! Sind doch keine Patronen drin.“

Die Firma hat ihren Sitz in Msida, in der Nähe des Zentrums von Malta und liegt in einem Industriegebiet. Schon vor dem eigentlichen Termin gehe ich einmal vorbei und begutachte das Gebäude von Außen und schaffe es sogar rein und sehe durch eine Glasscheibe einen großen Raum im Keller mit riesigen Tischen. An dem Tisch etwa 50 Leute mit Laptop … und mich gruselt es schon. Callcenter-Atmosphäre mit Notebooks. Nein, danke. Natürlich habe ich den Termin noch höflich abgesagt und konnte dann den Rest auf Malta als Urlaub genießen.

Wenn die Sonne scheint ist Malta gar nicht so übel, vor allem die Altstadt Valletta ist ganz schön mit ihren Gassen und dem Großmeisterpalast, vor dem tatsächlich die selben lustigen Wachmänner patroulieren, wie vor dem Buckingham Palast in England. Ihr wisst schon, die Kerlchen mit der Marge Simpson Frisur die sich stundenlang nicht rühren dürfen selbst wenn man sie an der Nase kitzelt.

Ein Geheimtipp in Valletta ist auch das Casa Rocca Piccola, ein prunkvolles (privates) Anwesen einer reichen Familie dass man für 7 Euro besichtigen kann. Die haben einen eigenen, mobilen Altar im Wohnzimmer, prunkvolle Kerzenleuchter und Gemälde und sogar einen eigenen Schutzbunker im Garten der noch aus dem zweiten Weltkrieg stamm.

Ansonsten war Malta leider eher mau. Man merkt einfach, dass auf der Insel nicht viel Platz ist und einfach planlos losgebaut wurde. Vor allem die vielen leeren Hotels sind häßlich und zeugen davon, dass hier mit den Touristen mal Großes geplant war – aber letztlich fehlte es doch am Geld.

Wenn ihr mal nach Malta reist, besucht auf jeden Fall lieber die kleinere Nachbarinsel Gozo. Dort gibt es noch richtig schöne Natur mit tollen abgelegenen Badestellen und schöne Buchten, wo man abends Essen gehen kann. Die Salzbecken, in denen das weiße Gold vom Meer gewonnen wird, sind auch ganz interessant.

 

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