Kanada Part 8: Campsite, Biber und Marshmallows

Freitag gings los, ca.350 Kilometer Richtung Britt Ontario, in die Pampa. C A M P I N G ! Nachdem das Pre-Trip Chaos im Hause Mc Cartan sich soweit eingerenkt hatte (und Mutter McCartan mit gefühlten 468241 Dosen Soft Drinks, Snacks, Brot, Cheesestrings und Marshmallows von ‚Costco‘ wiederkam), wurde der Truck mit Schlafsäcken, Verpflegung, mir, Meg, Erin und Onkel Billy beladen. Mr McCartan hielt auf der drei Stunden Tour erst nochmal an einem Baumarkt, um ein Extrapack Taschenlampen zu kaufen…für den Notfall. ???????????????????????Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft wir angehalten haben, bei Tim Hortons und Mac Donalds (+ einer Menge an Futter und Kaffee), bevor wir dann kurz vor Mitternacht im Stockdunkeln vom Highway einen unscheinbaren Feldweg einbogen und schließlich auf dem Stück Land herauskamen, das die Brüder der Familie McCartan (ich glaub, der Vater hat 5 Stück davon..) besitzen. Oh und es fing an zu regnen. Das fanden wir gar nicht so geil, während die anderen sich dann nämlich auf Wohnwagen und Hütte verteilten, musste ich mit Meg ein Zweimann-Zelt aufbauen. Und das war dann für die nächsten zwei Tage unser Quartier. In der zweiten Nacht hatten wir sagenhafte fünf Grad, aber zum Glück keinen Regen mehr.

Insgesamt waren wir Campingplatz - Seedrei Mädels, Mike und einige seiner Brüder, ein Freund der Familie, ein Cousin von Meg und Erin und zwei Hunde. Hazy, der deutsche Schäferhund war ein Lieber, ständig mit dem Ball umher gerannt, ob sich jemand zum Spielen erbarmt, wo hingegen mir Kingston, der schwarze Labrador-Mix, so tierisch auf den Geist ging..

Aber mal von den tierischen Gegebenheiten abgesehen war der Platz ein Traum. Am nächsten Tag hatten wir tatsächlich ein paar Stunden Sonne und mit einem Teller Speck und Pfannkuchen mit Sirup konnte der Tag beginnen. Erin wollte mir unbedingt das Gelände um die einzelnen Seen zeigen – und den Schaden, den Biber dort angerichtet hatten. Betonung liegt hier auf dem Perfekt, denn anscheinend haben die Brüder die meisten der Tiere geschossen. Schießen ist, genauso wie Cannabis,  in Kanada ja legal und auch wenn die Kerle immer wieder betonen, es sei nur ein Sport, uns Mädels ging das Geballer ziemlich auf den Nerv. Spätestens als dann am zweiten Abend am Lagerfeuer die 10KG Steaks ( nicht selbstgeschossen 😉 ) zugeschnitten wurden und der J**** durch die Runde ging dachte ich, oh mein Gott ich bin im Western der klischeemäßigsten Sorte.  Muss jedoch zugeben, Marshmallows, Käse und anderes zeug am Stock überm Feuer gebraten macht was her.

???????????????????????Samstag mittag ging es mit dem Truck auf einen Trip zum 30 Minuten entfernten Trading Post. Das ist ein ehemaliger Stützpunkt für Händler – heute verkaufen die dort Sirup, Felle, Souvenirs, stylische Tarnklamotten und kulturelles Einheimischengedöns wie Räucherwerk, Traumfänger und den tausendsten Anhänger mit Biber oder Elch drauf.  Werde bei Gelegenheit prüften, ob der Icewine flavored Sirup was taugt. .. bin süchtig nach Sirups Bonbons. Hm 😉

Nach dem Trading Post und einem Kaffee bei Tim’s folgte ein Abstecher zur French River Snowmobile Brücke, nahe einem kleinen Museum. Ganz am Anfang des Geländes begrüßt einen erst mal ein Schild mit der Warnung vor heimischen Klapperschlangen, wobei die armen Tiere jedoch bedroht sind und unter Artenschutz stehen. Die Brücke war Imposant – und der Ausblick so typisch kanadisch dass es in den Zähnen zog. Wundervolle Natur.

SAMSUNG CAMERA PICTURESZurück im Lager gingen Drinks durch die Runde, ein Truck wurde mit offenen Türen kurzerhand zur Musikanlage (Moose FM, ich will das in Deutschland, nur geiler 80ies Rock und co.) umfunktioniert und die Jungs bauten wegen des Regens eine Überdachung + Grill auf. Da einer der Brüder Geburtstag hatte, gabs abends nicht nur riesige (verbrannte..) Steaks, sondern auch Kuchen! Verpflegungstechnisch also top.

Trotz des lockeren Tons war ich allerdings an einem Punkt von der Geschlechterrollenverteilung im Camp ziemlich genervt:  Männer ziemlich betrunken und stoned, prahlen über das Fleisch und schicken die Töchter zum Holz holen und Essen zubereiten. Mit ‚Onkel Billy‘ bin ich darum an einem Punkt auch etwas aneinander geraten, aber ich kann mich bei sowas schwer zurück halten ;-P

Irgendwann nach elf waren ich und Meg erst mal fertig, spazieren in der Umgebung war entspannend, wenn auch nachts vielleicht nicht die beste Idee 😉 und mir tat die Kröte leid, die mitten im Sand einem der Trucks zum Opfer gefallen war. K.O., angetrunken und mit dem tief eingezogenen Duft von Rauch in Klamotten und Haaren haben wir uns kurz nach Mitternacht die Decken im Zelt bis übern Kopf gezogen.

Campingplatz - SeeIch denke es muss nicht erwähnt werden, wie zerknautscht alle am nächsten  Morgen waren.  Erin hatte anscheinen von allem zu viel (…)  gehabt und war unter den dichten Lagen von Kapuzenpulli kaum mehr zu sehen. Reste vom Essen für die Hunde, zwei Versuche, das Zelt zusammen zu rollen und drei gemeinschaftlich müffelnde Stunden im Wagen später waren wir dann wieder Heim bei den McCartans. Packen für den Flieger ging an diesem Abend dann wirklich gar nicht mehr 😉

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