Kanada Part 5: Village People..

Port PerryNach einem eher trägen Start  gings mit dem Bus nach Port Perry. Drei Mal mussten wir umsteigen, ist aber nicht weiter tragisch denn dabei kommt man am ehesten mit den Leuten in Kontakt. Highlight heute war der Busfahrer von Bus Nummer eins, der um ein Haar einen Rollstuhlfahrer übersehen hätte und ein richtiges Aufhebens darum gemacht hat, mit zehnfacher Entschuldigung. Jeder hier ist einfach nur so verdammt freundlich rücksichtsvoll…  Wenn man einen Laden  betritt bekommt man in der Regel nicht nur ein ‚Hallo‘ oder ‚Hi‘ entgegen geträllert, sondern auch gleich ein „How are you doing?“ und selbst beim Betreten oder Verlassen von Bus und Bahn sind die Kanadier herzlich und floskelnreich. Kaum einer steigt hier einfach nur stumm aus, so wie es in Deutschland läuft, mit brummigem Gesichtsausdruck.fabulous Me

Süß war auch die Oma im Wagen, die an einer Kreuzung für uns extra anhielt und sich den Hals verrenkte um zu sehen, ob wir überqueren wollen. Am Wetter kanns nicht liegen.. das ist hier auch oft trübe und nicht gerade warm.

Mit dem zweiten Bus kommen wir an einer High School vorbei und müssen umsteigen. Ich bewundere die aktuellen Modetrends der Jugendlichen hier: Leggings ohne Rock und Sandalen mit Socken… really? Auf jeden Falls gehts es hier auch kleidungsmäßig lockerer zu. Damit hier jemand starrt muss man sich scheinbar RICHTIG ins Zeug legen.

Old Book ShopMit Bus Nummer drei fahren wir in den Norden nach Port Perry, dem niedlichen Dorf/Vorort/Wasauchimmer, durch das wir am Vortag durchgekommen sind. Hier gibt es noch richtig urige kleine Läden und sogar zwei Book Shops mit einer Menge von gebrauchten Büchern für die Hälfte des Preises und von original nerdiger Hand geführt. Sowas würde in Deutschland direkt wegsterben, bin neidisch. Wir stöbern durch die Regale und ich ergattere ein „Memnoch the Devil“ von Anne Rice, eine Ausgabe von Hunger Games ist leider nicht auf Vorrat, wie mir der Kerl hinter dem Tresen etwas nervös erklärt. Beim zweiten Buchladen wird’s sogar noch besser, ich schrecke den armen Kerl von seinem Computer auf und er kann die Pornowebseite gar nicht so schnell schließen wie ich mir das Grinsen verkneifen muss.

Ansonsten gibt es hier mehrere Restaurants, in einem haben wir Fish&Chips (warum wird hier alles so gerne derb frittiert?), einen Eco Store mit reinen Naturprodukten und veganem Papier und hast du nicht gesehen und schließlich landen wir in einem Candyshop. Uh, mir geh’n fast die Augen über. Die haben Pralinen in Mäusschenform, Marzipan-Kürbisse und so viel Süßigkeiten für Halloween das ich schon wieder neidisch werde, dass wir dieses Fest nicht offiziell haben. Ich gönne mir einen Lutscher aus Ahornsirup und mehrere Bonbons (gute Wahl, verdammt lecker!) und lasse noch etwas als Präsent einpacken 😉 dann wird’s auch Ziehschnur im Busschon langsam dunkel.. und so lustig es am Anfang meines Urlaubs hier war, mit 34 Grad bei 80% Luftfeuchtigkeit und Shorts… heute waren es gerade mal 16 und ich habe nur einen Hoodie an und fange richtig böse an zu frieren. Der Bus lies dann leider auch noch eine Weile auf sich warten, also sind wir noch zum Pier runter.

Wenn man zwei Wochen hier ist, bekommt man Wettertechnisch mit etwas Glück wirklich das volle Programm mit. Am Ende saß ich mit zwei Schals und Handschuhen neben Meg im Bus und hab versucht, mich mit dem neuen Buch abzulenken. Die Busse hier verfügen übrigens noch original etwas, was es bei uns vielleicht in den 70ern gab: ein Zugband für den Haltewunsch. Ich find das voll niedlich und ziehe für unsere Station.

Zurück zu Hause erst mal Tee und die Heizung an…

 SAMSUNG CAMERA PICTURES ??????????????????????? Pyjamas

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