Kanada Part 2: Lakeview Park und Toronto City

 

Am ersten Tag sind wir mit dem Bus zum Lakeview Park gefahren. Der Transit hält hier mitten in der Nachbarschaft, wo sich sonst nicht mal ein Halm bewegt. Man hört buchstäblich die Grillen zirpen und sieht alle paar Häuser jemanden mit Rasenmäher. Die perfekte Wohngegend, ich glaub selbst wenn irgendwo sonst die Welt untergeht – canadian Suburbs bleiben bestehen. Mit dem Transit gehts durch Oshawa Downtown, hier siets irgendwie westernmäßig aus, ich finds super, auch wenn sich hier mit Shoppen nicht viel tut.  Der Lakeview Park ist buchstäblich ein riesiges Gelände (wer hätte es gedacht) mit direkt angrenzendem Strand. Zuerst dachte ich, wir sind am Meer, vor allem mit den ganzen (ziemlich rabiaten) Seemöwen, aber es ist tatsächlich Süßwasser – allerdings viiiel zu kalt zum reingehen. Ein paar Schritte den Strand entlang und ich stehe einer wahren Armee von Möwen gegenüber. Möwen und verhältnismäßig große Eichhörnchen, Meg sagt mir, der Queens Park wäre voll von denen und sie lassen sich sogar von Hand füttern. Werde das später überprüfen 😉

Comicbook Guy (Shawn)

Comicbook Guy (Shawn)

Nach dem Trip machen wir einen Abstecher nach Downtown, die Leute sind hier sind angeblich so freundlich, dass an der Kreuzung Stau entsteht, weil jeder dem anderen Vorfahrt gewährt. Wir besuchen einen Candy-Shop und zwei original kanadische Comicbuchläden. Big Bang-Feeling total. Einer davon wird von Megs Bekanntem geführt, ein lustiger Kerl, der erst mal für die Kamera post, nachdem wir von einem „Hey gorgeous!“ begrüßt werden. Zurück in der Wohnung im Kellergeschoss, Zeit fürs Abendessen. Das saisonale Obst hier ist einfach nur köstlich, genauso wie das Fleisch und in Kanada gibt es einen Käsesnack für Kinder der sich Cheesestrings nennt. Praktisch ein längliches Stück Käse, das man in Steifen … zieht. Man kann lustige Männchen daraus bauen, oder Palmen oder.. was auch immer. Bin immer noch fasziniert von dem Gummikäse.

Der zweite Tag brachte uns nach Toronto City Center. Schön, dachte ich, fahren wir mal eben in die Stadt rein. Mehrere gelbe Schulbusse ziehen an uns vorbei, genauso die Autos. Zweieinhalb Stunden Bus- und U-Bahn-Fahrt später stehen wir dann mitten in der Rush Hour in einer Menschenmasse in der Bahn und schauen einen Film mit, der auf dem Laptop eines jungen Asiaten läuft. Überhaupt sind die Nationalitäten hier sehr gemischt: Ich sehe viele asiatische und farbige Leut, aber auch Inder und natürlich Redheads. Blond ist hier eher wenig vertreten, trotzdem starren die Leute nicht, nie. Auch das Plakat über eine Gay-Partnerbörse hängt wie selbstverständlich in der U-Bahn Station, wo wir aussteigen. Dundas, Haupteinkaufsstraße in Ontario. Das U-Bahn System in Kanada ist nicht wie man sich es vorstellt einfach eine Unterführung mit Gleisen.  Das Ganze gleicht eher einer unterirdischen luxeriösen Einkaufspassage. Wenn im Winter der Schnee einen Meter hoch liegt, ist der beste Weg natürlich unterirdisch.

Toronto CityKaum treten wir in Dundas auf die Straße, ragen Wolkenkratzer und riesige Werbeanzeigen vor uns auf, Menschen wimmeln vorbei und ein paar Meter weiter hat ein Jeezusfreak seinen Stand aufgebaut und spricht durch ein Megaphon zu den Leuten. Ich mache ein Bild davon und von dem Straßenkünstler direkt daneben. Ein Stück die Straße runter kommen wir an H&M , 7/11 und einem Hot Dog Stand vorbei. Im Tourieladen hätte ich so gerne die Sirupbonbons und Lutscher probiert, laut Meg bekommen wir das Zeug aber später auf dem Einheimischenmarkt sehr viel günstiger.

Hot Dog Stand

Hot Dog Stand in Toronto City

Aus den Brunnen und Wasserfontainen kommt Trinkwasser und die Toiletten hier spülen von selber, sobald man aufsteht und sich die Hose hochzieht. Ich bin fasziniert. Zuerst dachte ich, die sind hier kaputt weil strändig Wasser in der Schüssel steht, aber das ist normal. Me im DisneyladenAußerdem führen hier die Fußgängerampeln nicht nur gerade über den Weg sondern auch parallel über die Kreuzung – spart Zeit. Weniger begeistert bin ich von dem Stückchen Pizza mit Salat und Cola für fast 10 Dollar, das mir in der Food Corner als Menü aufgeschwazt wird. Günstig ist es hier leider nicht gerade und auch die M&Ms für fast drei Euro hänge ich grummelnd wieder zurück. Spätestens im Disneyladen werden wir wieder 20 Jahre jünger und ich frag mich, wieso es diese eigentlich nicht bei uns gibt. Iron Man, Merida und Peter Pan Kostüme! Wir schlängeln uns noch eine Weile durch das riesige U-Bahn System, holen Lutschtabletten für meine leichten Halsschmerzen (ich tippe mal auf Klimaanlage, arg) und nehmen anschließend den Zug zurück nach Oshawa. Neun Dollar one way, Bus ist zwar etwas günstiger aber es ist inzwischen acht Uhr und uns tun die Füße weh. Auf der Straße draußen hupt ein Kerl in dickem Wagen (pardon, alle Auto hier sind dick), um die vor ihm fahrenden anzutreiben, worauf eine Fußgängerin ihn anfährt und ein „Asshole“ durch das geöffnete Fenster brüllt, bevor sie davonstürmt. Ich glaub ich mag die kanadische Mentalität.

Der nächste Tag wird ruhiger und ich lerne die Familie McCartan näher kennen. Der Hund hängt immer noch gerne an mir und Daddy McCartan drückt mir kurzerhand sein Gewehr in die Hand. Ich denke mir WTF und folge seiner Anweisung, einmal auf das Bild im Gang zu zielen. Das Teil wiegt ganz schön schwer in der Hand, aber Mike McCartan besteht darauf, mir zu zeigen, wie man es richtig hält…  Das und die Frage, ob ich eine Taschenlampe mitgebracht hätte, denn eine Taschenlampe braucht man immer. All das zeigt deutlich, warum er überall im Haus Lebenmittel in Bulk-Packungen hortet – für den Notfall. Ich bin so höflich nicht weiter nachzufragen ob Weltuntergang, Zombieapokalypse oder Lebensmittelknappheit – wobei Nummer drei in Kanada vermutlich noch am unwahrscheinlichsten wäre. 😉

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