Kanada Part 1: Ankunft und Jetlag

Kanada here I come!  Im September habe ich für zwei Wochen meine Freundin Meg in Kanada, Ontario besucht. Auf eigene Faust, alleine mit meinem Rollkoffer, Laptop und Kamera. Der Check-In verlief unerwartet flott und die Zeit im Duty Free Bereich genauso. Sechs Euro für ein Stückchen Kuchen und eine Apfelschorle sind schon etwas happig– vorher beim Bäcker vorbeifahren lohnt. Aber ich bin voller Vorfreude und gespannt ob das Gerücht stimmt, das Kanadier das freundlichste Volk auf dem Kontinent sind.

Im Flieger nach Toronto

Die Leute, die aufs Boarding Richtung Kanada warten, sind ein ganz bestimmter Schlag den ich nicht genau bestimmen kann. Sehen aber definitiv anders aus, als die typischen Strandtouristen. Ich habe einen Fensterplatz und sitze im Flieger gaaanz hinten in der vorletzten Reihe. Neben einer älteren Frau, die ihre Schuhe ausgezogen hat und stattdessen Kuschelsocken trägt. Mit einem Lächeln lässt sie mich passieren und zieht sich daraufhin die Decke wieder bis unters Kinn. Schein eine längere, kuscheliger Reise zu werden.

Der Flug ist angenehm…. Aber langatmig. Und angenehm eigentlich auch nur so lange, bis wir kurz vor England und der schottischen Insel in (Zitat Kapitän:) „kräftigere Turbulenzen“ geraten. Zuerst wars lustig, der Magen hüpft wie im Aufzug. Als das Ganze jedoch zehn Minuten anhält, ich mich an dem laktosenfreien Essenstablett festhalte, das man mir als erstes gebracht hat, wird mir ziemlich übel… und meine Sitznachbarin trägt leider auch nicht wirklich zur besseren Stimmung bei. Unentwegt murmelt sie „Nein, nein, nein“ wie ein Mantra vor sich hin und hält sich am Sitz fest. Ich hoffe nur, im Falle des Falles weiß sie dass die Papiertüte im Netz vor ihr steckt..

Laktosefreie Flugzeugkost

Laktosefreie Flugzeugkost

Ich schließe die Augen und atme tief durch, darauf wartend dass es besser wird. Dann traue ich mich, Obststücke und Brötchen zu probieren. Schmeckt sogar ziemlich gut. Das undefinierbare warme Essen in der Aluschale habe ich aber größtenteils stehen lassen. Klöße aus feingehäckselten Nudeln sind mir suspekt. Spätestens beim Abendessen bereue ich dann meinen Sonderwunsch, als ich meine Pizza wieder abgeben muss und dafür ein echt 100% laktosefreies Sandwich hingelegt bekomme. GNRRRNL!  Trotzdem bekommt man bei der Lufthansa viele Snacks und Getränke gereicht. Und dann war der Rest des Fluges zum Glück auch ruhig. Persönliches kleines Highlight ist der Baileys mit Eis, den wir als Digestif gereicht bekommen.

Ich schaue einen Film, Stark Trek into the Darkness, schalte aber nach der Hälfte ab und lese stattdessen John Green und dämmere irgendwann kurz ein. Wieder aufgewacht, ein Blick auf die Uhr, kurz nach Drei. Und die Bordanzeige sagt, es wären noch 4 ½ Stunden zu fliegen..Verdammt, hab mich wohl verrechnet mit 18 Uhr europäischer Zeit… Bald ist die Hälfte rum und ich probiere aus, ob man im Flugzeug den Laptop benutzen darf. Die Antwort ist die Hälfte dieses Blogeintrags 😉

Über den Wolken von Kanada

Über den Wolken von Kanada

Nach der Ankunft wurde ich am Zoll erst mal gefragt wo ich herkomme und warum ich nach Kanada rein will. Also bekommt man erstmal auf den Zahn gefühlt. Auch wen ich dort kenne, was ich beruflich mache und woher ich das Geld für die Reise wollte man von mir wissen. Aber dann lief es zum Glück ohne weitere Schwierigkeiten und ich wurde durchgewunken.

Das Treffen mit Meg hat sich um etwa eine Stunde verzögert. Wir haben uns am Flughafen nicht direkt gefunden, also habe ich sie über die Nette Dame am Schalter ausrufen lassen. 😉 Und bei der Gelegenheit habe ich gemerkt, dass Aldi Talk in Kanada ja gar nicht funktioniert. Also, hier nichts mit Handy, außer für WLAN. Dafür begrüßte mich strahlender Sonnenschein!

Und das Klischee stimmt übrigens: Kanadier entschuldigen sich immer und überall, auch wenn man sie selbst anrempelt (ist mir ausversehen mit meiner Tasche am Flughafen passiert). Find ich süß. Auch ansonsten empfand ich das Land auf den ersten Blick hin her sehr freundlich, mit einem deutlichen Touch amaerikanischer Mentalität. Dazu haben auch die Häuser und großen Autos gezählt, die ich am zweiten Tag auf einer Tour durch die nähere Nachbarschaft sehen konnte. Alles hier ist irgendwie… big. Die Häuser, die Autos, die Getränkeflaschen und Lebensmittelverpackungen im Supermarkt und überall prangt das patriotische Ahornblatt drauf. Sweet. Megs Familie ist nett, der Vater hat uns abgeholt, die zwei Schwestern wohnen mit den Eltern oben, während wir jetzt den Keller beziehen. Und der Familienhund scheint mich zu mögen (oh noes..)

Unmittelbare Nachbarschaft

Unmittelbare Nachbarschaft

Die Häuser hier sind echt schick, angeblich aber nur Mittelklasse. Das sieht in Deutschland ganz anders aus. Im Supermarkt erst mal mit frischem Obst eingedeckt, Schokolade ist hier leider ziemlich teuer. Erinnert mich damit sehr an Thailand. Der Wechselkurs als ich umgetauscht hab war übrigens 1:1,28 CAN (Kanadische Dollar).

Lustig ist zurzeit noch der Jetlag – nach gefühlten 274621 Stunden die ich wach war, sind wir um zehn Uhr schlafen gegangen, was in Deutschland vier Uhr morgens entspricht. Aufgewacht bin ich um fünf, dann nochmal ziemlich zerknautscht um zehn… glaube es wird langsam, auch wenn ich jetzt um acht schon wieder halb umfallen könnte. *gähn*

   

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