Italien final Part – Tagesausritt , Gewitter und die Rückreise von Vallebona

 

Ich auf RancheraSo lange komme ich auch besser mit den Pferden aus, habe Ranchera gestern nach dem Ritt noch abgezäumt und gebürstet und ihr zum Anschluss noch Äpfel gebracht. Irgendwie stärkt das schon die Bindung zum Tier.

Am nächsten Vormittag war ich mit meiner Lieblingsschweizerfamilie mit dem Auto unten im Dorf auf dem Wochenmarkt von Pontassieve. Es gibt hier so tolle Klamotten… aber meine beste Errungenschaft war ein ‚Berg‘ Parmesan für gerade mal drei Euro. Die Händler sind hier auch lange nicht so aufdringlich und laut wie in Deutschland.

Gegen Nachmittag fing es dann richtig wie aus Eimern an zu schütten und Reiten war erstmal undenkbar.  Aber nach einer halben Stunde warten hatte es dann aufgehört – und wenn sich die Wolken langsam verziehen steht über den ganzen Bergen ein unglaublicher Nebeldampf der wirklich großartig aussieht.

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Gallop durch Weinreben, vorbei an Schlangen, Kötern und hin zur selbstgemachten Pizza

Der vorletzte Tag auf Vallebona grüßte mit herrlichem Sonnenschein. Natürlich sind alle begeistert Reiten gegangen- und ich nach dem Frühstück zu Fuß auf Erkundungstour. Auf der Suche nach dem ominösen Kakibaum , den Carol während ihrem Ausritt gesehen haben will. Bin insgesamt zwei Stunden durch die Gegend gewandert, hab einen angelegten Garten und viele Feigenbäume ohne Früchte gefunden – und schließlich einen Kakibaum mit unreifem, gelb-grünen Obst. Leider habe ich dann wohl während einer Pause meine Kopfhörer mitten unter Olivenbäumen liegen lassen.  Wahrscheinlich liegt er heute noch dort…

Unter den Mitarbeitern, die hier die Pferde betreuen und die Touris auf den Ausritten begleiten gibt es einen Kerl Namens Nicolá. Und der hatte es wohl ziemlich auf mich abgesehen. Gerade beim Essen wurde arg rumgeflirtet und ich stochere etwas genervt in meiner Pasta. Das Wetter ist immer noch Bombe und während ich mit dem Laptop draußen in der Sonne sitze, flitzen kleine Salamander über die Mauern.

Muss schon langsam ans Packen und den Rückweg denken. Habe noch insgesamt 5 Reitstunden.

… und natürlich ist Nicola unser Guide heute. Er ist dafür bekannt, schnellen Galopp zu reiten und schwierige Wege einzuschlagen. Und so ging’s durchs Gestrüpp dass einem die Äste nur so ins Gesicht geklatscht sind, inklusive Schramme an der Schläfe.

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Die Landschaft war dafür ziemlich genial. Wir sind durch ein Dorf, den Weinberg hinunter und an einem See vorbei, dann die Weidelandschaft wieder hoch und einen langen Galopp durch die Reben und den Bergpfad im Wald hoch. Dabei ist mein Pferd Gemmy etwas durchgedreht und hat den Vordermann überholt. Ich konnte auch gar nicht mehr bremsen oder überhaupt irgendwie eingreifen und Nicola merkt sowas erst nach einem Kilometer wenn einer runtergefallen ist. :/ Lustig war auch die Schlange zwischen den Weinreben an der wir vorbeigeritten sind oder die scharfen Hunde die uns mit lautem Kläffen an ihrem Hof begrüßt haben.

 

Dieser Abend war Pizzaabend. Raimonda und Franco haben extra einen Koch aus einem nahen Restaurant kommen lassen. Und so gab es dann 5-6 verschiedene Sorten, dünn belegt und uuunheimlich lecker.

 

Am Freitag, dem letzen Tag für jede Urlaubsgruppe, wird auf Vallebona ein sechsstündiger Tagesausritt veranstaltet. Morgens geht es mit den Pferden drei Stunde zu einem Restaurant, an dem dann Mittag gemacht wird und es was zu Essen gibt. Die Pferde stehen so lange im angrenzenden Wäldchen und ruhen sich aus für den Rückritt – denn ich dann mitgemacht habe. Wenn man nur den halben Tagesausritt machen will, nimmt man eben nur am Hin- oder Rückweg teil und nutzt für die andere Strecke das Auto.

So bin ich dann mit dem schweizer Familiendad und seinem Jüngsten mit zum Restaurant gefahren und konnte mich dann erstmal langweilen weil ich, im Gegensatz zu den anderen, natürlich noch unausgelastet und fit war. Also habe ich die Zeit für ein paar tolle Fotos genutzt, bin Nicolas Angebot, mir ein Eis zu kaufen, ausgewischen und habe mich stattdessen mit Principessa (itl. „Prinzessin“) amüsiert. Das ist eine hübsche, schon etwas ältere Dame und die Mutter von Merlino.SAM_3780

Leider hat sie den ganzen Weg über vehement nur ans Fressen gedacht und war irgendwie, vor allem auf Stein, nicht besonders trittsicher. Ein paar mal wars haarscharf; habe ich gedacht, jetzt fallen wir, aber dann ging doch alles gut.

Die gute Prinzessin schien jedoch nach dem Hinweg schon etwas ausser Puste und fiel beim Galopp gnadenlos zurück, was ich schade fand. Da mir ihr Keuchen aber Sorgen gemacht hat, habe ich auch nicht weiter angetrieben… Ein anderes Pferd wäre mir nach einer Weile schon lieber gewesen :/

Trotzdem war der Ritt natürlich – als allerletzter in diesem Urlaub – sehr schön und ging bis in die Abendstunden. Nachdem ich dann während einem Galopp zuerst meinen Pulli, den ich mir um die Hüften gebunden hatte, und dann auch noch meine Lederjacke verloren hatte, hat es mir allerdings gereicht. Die liebe Katharina war so nett, Kehrt zu machen und uns ein Stück zurück zu führen – und da lagen meine Sachen tatsächlich unweit auf dem Boden unter den Olivenbäumen. J

Kurz vor der Dämmerung ging es über Steilhänge durch den Wald Richtung Hof zurück. Immer schön links halten, denn rechts ging es ungefähr zehn Meter steil bergab.

Die Pferde sind nach solch einem Ausflug schon mal klatschnass und müssen sich im Stall erstmal wälzen – sonst wird das nie trocken, meint Esther.

Ich spendiere Principessa den letzten Apfel und schaue noch ein letztes Mal auf den Stall zurück – in Geiste schon im Abschied, denn am nächsten Morgen geht’s um kurz vor neun zum Bahnhof Pontassieve.

Eine schweizer Familie nimmt mich netterweise mit, so das ich mir den Transfer sparen kann und im Zug reise ich noch eine Weile mit einer Mutter mit ihrer Tochter vom Hof, der ich anschließend meine Reithose geschenkt habe, denn die war mir einfach zu eng.

Einen Moment hatte ich Panik, meine Kamera im Stall liegengelassen zu haben, denn das blöde Teil war einfach nicht in meiner Tasche zu finden… was für eine Erleichterung, als ich dann nach zwölf Stunden Reise mit zehn verschiedenen Verkehrsmitteln den Koffer geöffnet habe, und die Mistkamera mitten zwischen den Klamotten lag.

Die Rückreise war wirklich anstrengend: vom Zug in den Bus, in den Flieger, in den nächsten Bus, zum Bahnhof von Kleinkleckersdorf Weeze, wo ich dann mit zehn anderen Fluggästen eine Stunde auf den Zug nach Düsseldorf HBF warten muss. Ich verbringe die Zeit in einem Imbiss mit Döner – und friere mir zurück in Deutschland bei 14 Grad den Arsch ab.

Von Düsseldorf HBF geht es dann mit der Staßenbahn weiter zum Bus… bis ich dann exakt um 21 Uhr abends, nach zwölf Stunden Rückreise Zuhause angekommen bin. Zum Glück war Samstag und ich hatte den Montag nach Urlaub.

Abschließend kann ich sagen es war ein unvergessliches Erlebnis. Ich werde auf jeden Fall erneut Reiturlaub, vllt in einem anderen Land, ausprobieren. Der Katalog von Pferd&Reiter ist voll mit tollen Höfen quer um die Welt herum und meinem Rücken hat der Reitsport auch gut getan. 🙂 Also dann, Ciao!

 

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