Italien Part 1: Die Universitätsstadt Bologna

Mein erster ‚richtiger‘ Urlaub allein, auf eigene Faust in den Süden von Italien, in die schöne Toskana. Nicht zu Besuch bei Freunden, sondern inklusive Unterbringung bei einem Airbnb-Kontakt in Bologna, in einem Hostel in Florenz – und schließlich einsam und abgelegen in einem Reiterhof 20km von Florenze, bei einem kleinen Ort mit Namen Pontassieve.

bologna

Ich wollte einmal so richtiges Westernfeeling und nach ein paar Auffrischungsstunden frei durch die Natur reiten. Bei der Agentur ‚Pferd&Reiter‘ im Internet habe ich daher den Reiterhof Vallebona in der nähe von Florenz ausgesucht und vor meine Woche Reiturlaub dort noch ein paar Tage Städtereise eingeplant…

 

Mein Zimmer in Bologna

Mein Zimmer in Bologna

Anfang Oktober ging es los, von Düsseldorf-Weeze nach Bologna Central. Der Flug dauert nicht lange und vom Airport kann man einen Shuttlebus für 6 Euro in die Innenstadt und zum Hauptbahnhof nehmen. Dort kam ich dann abends an und stieg um in einem Linienbus Richtung „Tribunale“. Dort in der Nähe wohnt Annamaria. Sie war mein Host für drei Tage und gefunden hatte ich sie so zu sagen ‚last Minute‘ auf Airbnb.

Alle anderen Kontakte hatten mir abgesagt. Annamaria jedoch war vorbildlich, hat immer sofort auf meine Nachrichten genatwortet und mir sogar frische Handtücher, kostenloses WLAN und einen Hausschlüssel gestellt. Und ein klasse Kingsize-Bett! Gekostet hat mich die Bleibe dort 27 Euro die Nacht.

Annamarie geht morgens schon aus dem Haus und kommt erst gegen 17 Uhr wieder. Ich wasche am nächsten Morgen als erstmal ein paar Sachen durch, die ich etwas verloren überall in der Wohnung zum Trocknen aufhänge. Da ich (Dank Ryanair) nur mit Handgepäck reise, muss ich ab und zu ein paar Klamotten waschen, um nicht anfangen zu müffeln. Dann gehe ich los, auf der Suche nach einem Frühstück.

Die Häuser hier stehen so dicht und ich verlaufe mich in den Gassen total, aber Frühstück ist hier wirklich nicht das Problem: es gibt ein niedliches Café am anderen, mit frisch belegten Piedine, Sandwichs und süßem Gebäck. Ich trinke einen Orangensaft dazu und ärgere mich, dass ich so gar kein Italienisch sprechen kann…. Das MapswithMe auf meinem Handy hat in den Gassen auch etwas Probleme, ein Signal zu finden. Und so irre ich erstmal ziellos durch die Gegend, bis ich langsam in Richtigung Innenstadt trudle.

Straßen von Bologna

Straßen von Bologna

Überall sind Bettler, die einen direkt anquatschen und die Mütze hinhalten. Das Pendant dazu Frauen mit Kopftuch, die vor den Eingängen der Kirchen auf dem Boden hocken. Ich lande auf einer Art Wochenmarkt: Stände voller Obst, Fisch und Fleisch. Und natürlich dem obligatorischen Prosciutto di Parma – der in fetten Keulen überall aufgehangen ist.

Architektonisch kommt mir Bologna sehr widersprüchlich vor: teils heruntergekommene Häuser mit eingelassenen Fresken – und daneben Nobelboutiquen, die sogar die Türgriffe vergoldet haben. Kaum auf der größeren Straße stehe ich sogar einem zweistöckigen Apple-Store gegenüber.

Die Leute sind SEHR angenehm und freundlich. Keiner guckt blöd oder auch nur schräg, es fühlt sich selbstverständlicher an, hier auf die Straße zu gehen, als in Deutschland. Und woran merkt man, dass man wirklich nicht wie ein Tourist aussieht? Wenn man von Einheimischen auf Italienisch nach dem Weg gefragt wird xD

Bald komme ich auf die etwas moderne Shoppenmeile, vorbei an einem Violionenspieler und zwei älteren Herren an einem Makronenstand, und sehe, das man in Italy scheinbar gerne (dunkles) Leder und enge Jeans trägt. Ich sehe handgemacht Lederschuhe für über 300 Euro – und eine ‚Deutsche Bank‘ direkt neben einem ‚McDonalds‘. Vor allem die Cafes sind reizend. Ich nehme in einem Platz und bestelle mir einen Cappucino und einen Pfannkuchen.

 

  Cappucino

 

Das Wetter wird etwas düsterer, aber es regnet zum Glück (noch) nicht. Ich mache weiter Fotos von der Gegend, von imposanten Gebäuden und Statuen.

Beim nächsten Hunger will ich mir in einem Crepe-Shop eine Waffel holen und stolpere schon wieder über Sprachkenntnisse; der junge Mann hinter dem Thresen spricht (fast) kein Englisch und klatscht mir auf eine ohnehin schon zuckersüße Waffel auch noch fett Schokosoße drauf. Naja er hats gut gemeint.

Dann bin ich an der Universtität Bologna angekommen und hier kann man sich wirklich einfach eine Weile hinsetzen und die Leuten beobachten. So viel buntes, interessantes Folk.

Neptunbrunnen in Bologna

Der Neptunbrunnen

Ich erwerbe Briefmarken und Postkarten, latsche ausversehen in die Essensausgabe bzw. Armenspeisung in einer Kirche und werde von der Polizei angezischt, weil ich dort Fotos mache. Tingle danach durch eine Bücherei über drei Etagen mit Restaurant in der Mitte und Toilette mit Zahlencode an der Tür.

Ich mache auch ein stattlisches Foto von dem Neptunbrunnen – von hinten (dat Ass!) und gebe mich weiter als Einheimische aus.

Langsam bekomme ich richtig Hunger, aber die Restaurants machen hier erst um 19 Uhr auf und ich will keinen Imbiss – sondern pasta fresca – frische Pasta. Bekomme ich nachher auch in einem Restaurant, wo ich ganz alleine bin: Tortelini mit Parmesan gefüllt in Bolognese. Geil.

Annamaria kommt erst ziemlich spät nachhause und kümmert sich dann (mal wieder) fürsorglich: Gibt mir einen Adapter für das Aufladen meines Laptop und kriecht fast in ihre Kommode hinein, auf der Suche nach einer Wärmflasche für meinen Rücken.

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Weiter gehts mit Part zwei: Florenz

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